Ärztevesorgung in Beselich

Runder Tisch mit Ärzten und Gemeindevertretern am 18.11.15

Auf Initiative der Bürgerliste hat sich im Rathaus ein "Runder Tisch" zum Thema "Ärzteversorgung in Beselich" zusammengefunden. Teilgenommen haben: Herr Diefenbach, Herr Roos, Herr Weiß, Frau Schäfer-Lehnhausen, Frau Hoferichter und Vertreter aller vier Fraktionen des Beselicher Gemeindeparlaments. Intension des Gesprächs war die Klärung, inwieweit die Gemeinde Beselich Anreize schaffen kann, damit vakante Landarztstellen wieder besetzt werden.

Aktuelle Situation

Lange Zeit gab es vier Ärzte in zwei Gemeinschaftspraxen. In einer der beiden Praxen hat ein Arzt seine Tätigkeit bereits vor Monaten aufgegeben. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wurde noch nicht gefunden. In der anderen Praxis gibt es bislang noch keinen sicheren Ersatz, weswegen sich die Ärzteversorgung in Beselich um 50% gegenüber dem bisherigen Status reduzieren könnte. Wenn dies geschieht, könnte es zu einem Dominoeffekt kommen, d. h. die verbliebenen Ärzte könnten wegen Überlastung ebenfalls aufgeben und sich anderweitig orientieren.

Ergebnis

In dem am 18.11.15 stattgefundenen gemeinsamen Gespräch ergaben sich leider keine Vorschläge, inwieweit die Gemeinde Beselich dazu beitragen kann, die bisherige Ärzteversorgung sicherzustellen. Allenfalls die guten Infrastrukturen in Beselich (Bauplätze, Verkehrsanbindung, Kinderbetreuung, Einkaufsmöglichkeiten) wurden als wichtige Voraussetzungen erkannt, damit ein Arzt ein erstes  Interesse zeigt, sich hier niederzulassen. Allerdings scheint dies nicht alleine ausschlaggebend zu sein, sondern vielmehr haben die ungünstigen Arbeitszeiten eines Landarztes einen erheblichen negativen Einfluss.

Dennoch wird man seitens der Gemeinde weiterhin darüber nachdenken müssen, welche Initiativen entwickelt werden können.

26.6.15

Vor einigen Wochen hat die Bürgerliste Beselich (BLB) eine Anfrage an den Bürgermeister gerichtet, bei der es um die künftige Versorgung mit Hausärzten in Beselich ging. Die Antwort war, dass es momentan lt. Kassenärztlicher Verechnungstelle (KV) sogar eine Überversorgung gibt (Die NNP berichtete am 22.4.2015 darüber). Dabei berücksichtigt war noch nicht, dass einer der niedergelassenen Ärzte schon seit Monaten nicht mehr praktiziert.

 

Auch in der zweiten Beselicher Praxis geht in Kürze ein weiterer Arzt in den Ruhestand. Deswegen stellt die BLB jetzt über ihre Anfrage hinaus einen Antrag, nach dem die Verwaltung zu einem Runden Tisch einladen soll, an dem neben den niedergelassenen Ärzten auch die Apothekerin und je zwei Mitglieder der im Gemeindeparlament vertretenen Fraktionen teilnehmen sollen.

 

Nach Ansicht der BLB ist es allerhöchste Zeit darüber nachzudenken, was von Seiten der Gemeinde getan werden kann, um die Niederlassung von Ärzten in Beselich zu unterstützen. Die bisher getroffenen Maßnahmen durch den Kreis oder das Land reichen nicht aus. Mit den Erkenntnissen, die aus dem Runden Tisch gewonnen werden, sollte sich dann ein Ausschuss oder eine Arbeitsgruppe beschäftigen, um die Möglichkeiten der Kommune auszuloten.

 

Bekanntermaßen ist die Versorgung mit Ärzten im ländlichen Bereich rückläufig bzw. in Zukunft schwer zu realisieren. Dabei handelt es sich um ein generationsübergreifendes Problem, bei dem auch die Kommune aufgefordert ist, proaktiv nach Lösungen zu suchen.

 

Aus Sicht der KV ist eine Entfernung von 10 km zur nächsten Hausarztpraxis zumutbar. Das dürfte aber für Menschen, die nicht mehr oder eingeschränkt mobil sind eine besondere Herausforderung darstellen. Nach Ansicht der BLB darf sich das Engagement der Kommune nicht darin erschöpfen, für eine gute Kinderbetreuung vor Ort zu sorgen - die sowieso anzustreben ist - um auch Ärztinnen mit Kindern einen Anreiz zu geben, sich in Beselich niederzulassen.

Antrag vom 20.6.15 für die Gemeindevertretersitzung am 13.7.15

Die Gemeindevertretung möge beschließen, dass durch die Verwaltung der Gemeinde Beselich, zu einem Runden Tisch mit in Beselich niedergelassenen Ärzten eingeladen wird. An diesem Gespräch sollten neben dem Bürgermeister und den Ärzten auch die Apothekerin und je zwei Mitglieder der im Gemeindeparlament vertretenen Fraktionen teilnehmen.

Bürgerliste fordert Runden Tisch mit Ärzten
NNP-1.7.15-Runder Tisch.pdf
PDF-Dokument [16.3 KB]
Nassauische Neue Presse vo 22.5.15 bzgl. Ärztemangel in Beselich
NNP-22.5.15 Kommt es zu Ärztemangel.docx[...]
PDF-Dokument [74.2 KB]

Anfrage der Bürgerliste an den Gemeindevorstand vom 1.4.15

  1. Welchen Beitrag kann der Gemeindevorstand grundsätzlich leisten, um die bisherige ärztliche Infrastruktur aufrecht zu erhalten?
  2. Wurde mit den hier ansässigen Ärzten im Sinne einer Problemlösung bereits Kontakt aufgenommen?
  3. Welche Maßnahmen wurden gegebenenfalls ergriffen oder gedenkt man zu ergreifen, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen?

 

 

Antwort des Bürgermeisters in der Sitzung:

 

In Hessen ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Diese müssen die ärztliche Versorgung sicherstellen und haben dies bisher auch erreicht.

 
Für den Bereich Limburg (zu dem auch Beselich gehört) ergibt sich z.Zt. eine 110%-ige Versorgung mit Allgemeinmedizinern. Aus Sicht der KV ist eine Entfernung von 10 km zur nächsten Hausarztpraxis zumutbar.


Bei einer Versorgung von unter 100%  schreibt die KV die Praxen direkt aus. Bei einer unter 75%-igen Abdeckung der ärztlichen Versorgung gibt das Land Hessen einen Zuschuss in Höhe von 50.000,00 € bei Übernahme einer Praxis. Von der KV wurde festgelegt, dass 1 Hausarzt auf 1.625 Einwohner kommen sollte.

 

In Beselich haben wir zurzeit die Praxen:

Dr. Diefenbach/Dr. Roos
Dr. Weiß/Frau Dr. Schäfer-Lehnhausen

 

Somit hätten wir auf die Einwohner betrachtet, einen Überhang von rund einer halben Stelle.  Die Möglichkeiten der Kommunen sind hier sehr bescheiden. Das wichtigste ist eine gute Kinderbetreuung vor Ort zu gewährleisten, da der Frauenanteil in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Gleichbleibende bzw. steigende Einwohnerzahl, eine gute Infrastruktur und eine gute Verkehrsanbindunq sind weitere positive Kriterien für eine Neuansiedlung, bzw. Übernahme einer Praxis durch einen jungen Arzt bzw. eine junge Arztin. Gemeindevertreter Bandur wies darauf hin, dass seines Wissens Herr Dr. Weiß nicht mehr als Arzt aktiv ist.

 

Bürgermeister Franz wird sich bis zur nächsten Sitzung diesbezüglich informieren und das Ergebnis der Recherche mitteilen. Sofern Dr. Weiß nicht mehr aktiv ist, wird der Bürgermeister klären, ob die Ärzteversorgung in Beselich dennoch ausreichend gewährleistet ist.

10.7.15

Der Sozialausschuss des Kreises hat sich in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls mit der Ärteversorgung auseinandergesetzt und für die Zukunft keine positive Prognose abgeben können. Maßnahmen, die einer Unterversorgung entgegenwirken, sind erforderlich.

Sozialausschuss des Kreises beschäftigt sich mit der künftigen Unterversorgung im Landkreis Limburg-Weilburg
NNP-10.7.15 Unterversorgung im Kreis LM-[...]
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