v.l.: M. Rößler, M. Schales und H. Ruttmann (beide Hessen-Forst), N. Bandur, B. Litzinger

Die Fraktion der Bürgerliste Beselich beantragt die Ausweisung eines gemeindlichen Naturschutzgehölzes im Bereich des gemeindeeigenen Waldes auf dem Gelände des ehemaligen Basaltabbaues auf dem Beselicher Kopf.

Dieses Gelände ist unbefristet aus der forstwirtschaftliche Nutzung herauszunehmen und entsprechend in der Flurkarte als Naturschutzgehölz zu kennzeichnen.


Darüber hinaus möge die Gemeindevertretung den Gemeindevorstand  beauftragen, mit dem Hessenforst Verhandlungen aufzunehmen, um neben dem gemeindeeigenen Gelände auch den dem Hessenforst zugehörigen Teil in das beantragte Naturschutzgehölz einzufügen.

 

Begründung:

 

Das betreffende Gelände, welches durch Abraumhalden und Abbausenken gekennzeichnet ist, weist teilweise Böschungswinkel von bis zu 40° auf. Dieses mit schmalen begehbaren Pfaden durchzogene Gebiet ist aus diesem Grunde forstwirtschaftlich kaum nutzbar und aktuell als „Nichtforstwirtschaftswald" bzw. „Wald außer regelmäßigem Betrieb" (W.a.r.B-Flächen) geführt. Diese Deklaration ist jeweils auf 10 Jahre begrenzt. Gründe können z.B. Biotopschutz, Hangschutz oder schlechte Holzqualität sein.

 

Für die besagten Flächen wurde erstmals im Jahre 1974 einerseits zwischen dem Hessenforst und der Gemeinde Beselich und andererseits der Vogelschutzgruppe des Verschönerungsverein Obertiefenbach, ein Gestattungsvertrag abgeschlossen. Das bedeutet, dass der Gruppe gestattet wird, die „Betreuung dieses Gebietes" (Vogelschutzgehölz) zu übernehmen „um die notwendige Pflege durchzuführen". Dazu gehören auch das Aufhängen von Nistkästen und sonstige Maßnahmen zum Vogelschutz. Dieser Vertrag wurde im Jahre 2008 zwischen dem Hessenforst und der Vogelschutzgruppe erneuert. Die Gemeindeverwaltung nahm das schriftlich zur Kenntnis, ohne jedoch selbst eine Vertragsverlängerung zu tätigen.

 

Nach unseren Beobachtungen hat sich hier in den letzten Jahrzehnten eine Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren entwickelt. Die Natur war sich bis auf wenige Eingriffe selbst überlassen, wodurch das Gelände auch einen besondern Wert für die Naherholung darstellt. Was man hier vorfindet ist tatsächlich fast unberührte Natur. Diesen Zustand möchten wir gerne auch in Zukunft gesichert wissen. Die Besonderheiten der bisher als Vogelschutzgehölz bezeichneten Fläche im Detail zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Antrages sprengen.

Treffen mit Mitarbeitern der Forstbehörde

Erster Waldbegang am 16.08.2012: Revierförster Hubertus Ruttmann (Mitte) erläutert die Sachlage aus Behördensicht.
v.l.: Herr Ruttmann, Herr Bandur, Frau Meilinger, nicht im Bild Herr Litzinger

Am 04.09.12 fand ein 4-stündiger erneuter Walbegang der Bürgerliste mit Revierförster Ruttmann statt. Herr Ruttmann informierte über mögliche forstwirtschaftliche Maßnahmen unter Berücksichtigung des Naturschutzes. Insbesondere wurde der Kosten-Nutzen-Effekt, der bei einem eventuellen Holzeinschlag (Fichten) vor der Schutzmaßnahme zu erzielen wäre, eingehend erörtert.

 

Es wurde sehr schnell deutlich, dass der zu erzielende Ertrag aufgrund des schwierigen Geländes doch sehr eingeschränkt wäre. Insbesondere die bei einem Holzeinschlag kaum zu vermeidenden Schäden würden die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme fragwürdig erscheinen lassen.

Die Bürgerliste Beselich (BLB) möchte das in Gemeindeeigentum befindliche „Vogelschutzgehölz" zwischen der Kopfsteinmühle und dem Obertiefenbacher Betweg in ein „Naturschutzgehölz Klopfsteinmühle" mit dem forstwirtschaftlichen Status „Kernfläche" umwandeln. Dies würde bedeuten, dass dieses Areal unbefristet aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wird.

 

Um sich über diesbezügliche Details zu informieren trafen sich Mitglieder der BLB-Fraktion mit den Herren Ruttmann und Schales vom Hessenforst auf dem Beselicher Kopf. Die vertragliche Betreuung als „Vogelschutzgehölz" durch die Vogelschutzgruppe des Obertiefenbacher Verschönerungsvereins bliebe von dieser Umwandlung unberührt.

Fläche zwischen Klopfsteinmühle und Kapelle

Vorgesehene Fläche für Naturschutzgehölz Klopfsteinmühle
Plan.8.pdf
PDF-Dokument [1.4 MB]
Das Gelände zwischen Klopfsteinmühle (Foto) und Kapelle Beselich soll als Kernfläche ausgewiesen werden.