Braucht Beselich einen Bürgerbus?

CDU lehnt es ab, sich mit dem Thema zu befassen und verweigert ihr Zustimmung zum Antrag der Bürgerliste.

 

3.11.2014

In der Novembersitzung der Gemeindevertreter beantragte die Bürgerliste, dass sich der Sozialausschuss mit der Konzeptionierung eines Bürgerbusses beschäftigen soll. Dem wurde mehrheitlich zugestimmt, jedoch ohne die Stimmen der CDU.

 

Begründung für unseren Antrag:

Die Bevölkerung wird immer älter und die Jüngeren zieht es immer näher an die Ballungsräume. Dem demografischen Wandel sollte daher immer stärker unsere gesellschaftspolitische Aufmerksamkeit gelten. Dabei geht es nicht mehr darum, diesen Wandel aufzuhalten, das schaffen wir nicht, sondern vielmehr darum, ihn mit den bestmöglichen Anpassungsstrategien zu begleiten.

 

Wie kann man den Lebensraum für diejenigen, die nicht mehr die nötige Mobilität besitzen, auf dem Land wieder attraktiver machen?


Unsere Fraktion findet, dass kommunale Bürgerbusse ein probates Mittel darstellen, um dieses Ziel zu erreichen. Kommunale Bürgerbusse, wie sie z. Z. in vielen Gemeinden unseres Kreises diskutiert und teilweise auch schon eingesetzt werden, können den Zusammenhalt zwischen den Menschen vertiefen, weil mehr Solidarität und Engagement gezeigt wird. Wichtig ist aber auch, dass im Gegensatz zu öffentlichen Personennahverkehr individuelle und vor allem kurzfristige Lösungen möglich sind.

 

Wenn man sich die Infrastruktur unserer vier Ortsteile anschaut, wird deutlich, wo sich die Ansiedlung von Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen zu lohnen scheint. Wer außerhalb dieses Zentrums wohnt, muss Nachteile in Kauf nehmen, sofern er seine Mobilität eingebüßt hat. Mit einem entsprechenden Angebot, könnten diese Nachteile kompensiert werden.

 

Ein Bürgerbus könnte weitgehend ehrenamtlich betrieben werden und sollte sich vorwiegend über Fahrgeldeinnahmen, Mitgliedsbeiträge, Spenden und kommunale Zuschüsse finanzieren. Es gibt in unserem Landkreis immer mehr Kommunen, die ein entsprechendes Konzept umgesetzt haben.

 

Wir fragen uns daher, warum es in Beselich nicht auch gelingen sollte, ein solches Konzept zu entwickeln. Man sollte zumindest eingehend beraten, ob dies nicht auch für Beselich denkbar wäre. Aber jetzt schon sind die Gegenargumente zu hören: zu teuer – nicht finanzierbar. Denen kann nur entgegengehalten werden, sie sollen sich mal genau anschauen, was unsere Gemeinde teilweise alles finanziert. Da würde ein Bürgerbus eher zu den sinnvolleren Dingen gehören.