Antrag auf Erstellung eines Solarkatasters vom 1.6.11

Die Bürgerliste Beselich stellt den Antrag, die Gemeindevertretung Beselich möge beschließen, den Gemeindevorstand mit der Erstellung eines kommunalen Solarkatasters zu beauftragen.

 

Anmerkungen:

 

Das Solarkataster zeigt den Hausbesitzern an, wie Dachneigung, Schattenwurf und Fläche beschaffen sind und ob ihr Dach für eine Solaranlage geeignet ist. Hauseigentümer sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, Aufwand und Ertrag online überprüfen und ablesen zu können und darüber hinaus so zu erfahren, wie viel umweltschädliches Kohlendioxid (CO2) sie einsparen. Damit soll ein Anreiz für Investitionsmaßnahmen geschaffen werden.

 

Die für das Kataster notwendigen Daten werden in der Regel durch Luftaufnahmen, bei denen Laserkameras die Flächen erfassen, gewonnen. Da es bereits flächendeckende Luftaufnahmen aus einem anderen Zusammenhang (Abwassersplitting) gibt, wäre zu überprüfen, inwieweit das vorhandene Datenmaterial genutzt werden kann. Zusammengeführt mit dem vom Deutschen Wetterdienst ermittelten Globalstrahlungswert ergibt sich dann die Einstrahlungsenergie auf die jeweiligen Dächer.

 

Beispielsweise hatte Wiesbaden in 2008 als erste hessische Kommune das Solarkataster eingeführt und ins Netz gestellt. Städte wie Gießen, Darmstadt, Offenbach oder Bad Homburg haben nachgezogen und ebenfalls gute Erfahrungen gemacht.

 

Die meisten der Beselicher Parteien hatten das Thema erneuerbare Energien in ihrem Wahlprogramm aufgeführt. Es war also höchste Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen, wobei der Kosten-Nutzen-Effekt natürlich nicht außer Acht bleiben sollte. Zudem war es das Anliegen der Bürgerliste, zu überprüfen, inwieweit öffentliche Gebäude für die Errichtung gemeindeeigener Anlagen genutzt werden könnten.

 

CDU, SPD und Mitte haben den Antrag der Bürgerliste in der Gemeindevertretersitzung am 15.8.11 abgelehnt, weil behauptet wurde, die Erstellung des Solarkatasters sei zu teuer. Zudem wurde der Antrag auch mit der Begründung abgelehnt, die Gemeinde müsse nicht für den wirtschaftlichen Nutzen der Bürger sorgen.