Unsere wichtigsten Wahlkampfthemen 2016

Wie es mit der medizinischen Versorgung in Beselich weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Jahren.

Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, d.h. junge Mediziner für die Übernahme von etablierten Praxen zu gewinnen, wird zunehmend schwieriger. Das wird ein wichtiges Thema in der Zukunft sein, dem wir uns bald stellen müssen. Im Hinblick auf die sich  abzeichnenden  Veränderungen  und  die  Altersstruktur  unserer Hausärzte wird es erforderlich, mit den Allgemeinmedizinern in unserer Gemeinde Initiativen für neue Praxismodelle zu ergreifen. Wenn das alte Prinzip der Weitergabe einer Praxis an einen Nachfolger nicht mehr funktioniert, muss auch über ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) nachgedacht werden. Wenn es uns nicht gelingt, ausreichend Ärzte in Beselich zu halten, wird es nach Auffassung der Kassenärztlichen Verrechnungsstelle (KV) zumutbar sein, einen Weg von 10 km bis zum nächsten Hausarzt in Kauf zu nehmen. Deswegen muss es ein gemeinsame Ziel sein, den Menschen in unserer Kommune auch zukünftig ein gutes und bedarfsorientiertes Angebot an medizinischer Versorgung in erreichbarer Nähe anzubieten.

Skandal: Betriebsgenehmigung für Kompostierung wurde trotz jahrelanger Proteste "klammheimlich" vom Kreis verlängert.

Auf der Gemeindevertretersitzung im Januar 2016 haben die Gemeindeverteter durch Zufall erfahren, dass die Betriebsgenehmigung für die Kompostierungsanlage durch den Kreis Limburg Weilburg um 3 Jahre verlängert wurde. Die Betriebskommission Abfallwirtschaft, in der das Gemeindevorstandsmitglied Brühl sowie der Bürgermeister vertreten sind, hielten es offenbar nicht für notwendig, die Gemeindevertreter über diese wichtige Entscheidung zu informieren. Ein Skandal, wie wir finden. Damit wurden auch die unerträglichen Geruchsbelästigungen verängert; insbesondere für Heckhiolzhausen.

Dies zeigtwie wichtig es ist, weiterhin ein wachsames Auge darauf haben, was entlang der B49 zwischen Obertiefenbach und Heckholzhausen passiert. Egal ob es sich um Vorhaben der Gemeinde oder des Kreises handelt, wir brauchen hier kein „Klein-Höchst“. Der Vertrag mit dem Betreiber der Kompostieranlage über das Jahr 2017 hinaus ist zu verhindern. Bei weiteren Anlagen der Abfallwirtschaft des Kreises ist durch einen unabhängigen Gutachter nachzuweisen, dass keine Geruchsbelästigungen und Gesundheitsgefährdungen für die Bevölkerung auftreten.

Die Interessen von Kreis und Gemeinde Beselich können durchaus gegensätzlich sein, wie es sich bei den finanziellen Verpflichtungen für die Mülldeponie deutlich zeigt. In dieser Hinsicht braucht sich die unabhängige BLB nicht zu fragen, ob sie mit Forderungen für die Gemeinde gegen Interessen der etablierten Parteien im Kreis verstößt. Wir können „unbefangen“ handeln.

Balance zwischen Gewerbeinteressen und Anspruch auf Wohnqualität muss sich verbessern.

Wer Gewerbegebiete erschließt, muss sich im Gegenzug dazu auch für Naturschutz und Naherholung stark machen. Leider wurde das von den Entscheidungsträgern in unserer Gemeinde bisher nicht voll umfänglich mitgetragen. Für den unbefristeten und nachhaltigen Schutz des ehemaligen Basaltabbaugeländes auf dem Beselicher Kopf neben der Klopfsteinmühle (Vogelschutzgehölz) konnte z.B. mehrheitlich nur eine Kompromisslösung gefunden werden. Eine gepflegte Landschaft in Wald und Flur erhöht die Wohnqualität in unseren Gemeinden. Ausufernde Gewerbegebiete und Abfallverwertungsbetriebe und der damit einhergehende Landschaftsverbrauch sind nicht geeignet, um dies zu erreichen. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden, damit Gewerbe sich einerseits entwickeln kann und andereseits die Wohnqualität für die Bürger erhalten bleibt.

Die Infrastruktur, insbesondere die für junge Familien, ist für das Wohlergehen unserer Gemeinde von entscheidender Bedeutung.

Beselich ist hinsichtlich seiner Infrastruktur gut aufgestellt, was bei der Ansiedlung von jungen Familien oft eine wichtige Rolle spielt. Aber sind die Angebote für Familien, z.B. Kinderbetreuung, überhaupt noch zahlbar? Zukünftig wird es darauf ankommen, nicht nur für die Familien die ausufernden Kosten zu begrenzen, sondern auch für die Gemeinde, die den größten Anteil übernimmt. Wir brauchen Konzepte und Lösungen, bei denen die Kosten überschaubar bleiben, ohne dass die Qualität der Versorgung darunter leidet.

Die Bürgerliste hat sich daher für eine Gebührenermäßigung für alle U3 Kinder in den Kinderkrippen und Kindergärten der Gemeinde Beselich für das zweite Kind in Höhe von 50 % und einen Gebührenerlass ab dem dritten Kind eingesetzt, wenn diese zeitgleich mit Geschwisterkindern eine der Beselicher Kinderbetreuungseinrichtungen im Vorschulalter in Anspruch nehmen. Dieser Antrag sollte in einem neu zu erstellenden Beselicher Kinderbetreuungskonzept realisiert werden, auf das wir immer noch warten. Gleichzeitig hinterfragen wir sehr gezielt die Kostenexplosion, mit der uns der Betreiber der Kinderkrippe konfrontiert.